Barocke Schönheit – das Fridolinsmünster

Die vergoldeten Kreuze auf den Zwiebeltürmen schimmern in der Sonne, dem knapp 60 Meter hohen Fridolinsmünster zu Füßen darf man sich klein vorkommen. Das Bauwerk am Marktplatz ist ein Wahrzeichen der Stadt.

Die Baugeschichte des Münsters geht bis in die Karolingerzeit zurück. Im 6. Jahrhundert ließ der irische Mönch Fridolin eine Stiftskirche zu Ehren des Heiligen Hilarius erbauen. Von dem ehemals vorgotischen Bau ist heute kaum noch etwas erkennbar. Als ältester Teil besteht die Krypta unter dem Chor aus dem 10. Jahrhundert, jüngst wurden romanische Elemente gefunden. 1272 vernichtete ein verheerender Stadtbrand die Innenstadt und die Kirche fast vollends, erst 1360 wurde ein neues Gotteshaus geweiht. Der Merianstich von 1643 zeigt das gotische Münster mit geostetem Hochchor und schlanken, langen Fenstern. Franzosen brandschatzen Säckingen in Folge des Holländischen Krieges, auch die Kirche litt damals erneut.

Wie viele Gotteshäuser wurde das Fridolinsmünster barockisiert, berühmte Künstler wie Francesco A. Giorgioli, Johann M. Feuchtmayer und Franz J. Spiegler prägten den überregional bedeutenden Sakralbau. Zu den Kostbarkeiten des Münsters gehört der wunderschöne Reliquienschrein des Fridolin, eine Augsburger Silberarbeit aus dem Jahre 1764.

WEITERE INFORMATIONEN

Infos und Öffnungszeiten bei der Tourismus GmbH Bad Säckingen oder

bei der Tourist-Info Hallwyler Hof | Tel. 07761-5594523

 

 

Die längste gedeckte Holzbrücke Europas

Einen Fuß in der Schweiz, den anderen auf deutschem Boden – in Bad Säckingen über dem Rhein ist das ein amüsantes Kinderspiel und beliebtes Fotomotiv … neben dem barocken Fridolinsmünster prägt kein anderes Bauwerk so das Bild der Stadt wie die 203,7 Meter lange, überdachte Holzbrücke, die längste ihrer Art in Europa. Hier bietet sich ein wunderschöner Blick auf die malerische Altstadt.

Erstmals erwähnt wird eine
Brücke 1270 in den Kolmarer Annalen. Immer wieder riss Hochwasser die Brücke und benachbarte Häuser weg, auch 1408 richtete schwerer Eisgang großen Schaden an. Zur Finanzierung des Wiederaufbaus überließen die Herzöge von
Österreich der Stadt die Einnahmen aus dem Rheinzoll. Im 30-jährigen Krieg wurde die Holzbrücke vor den heranrückenden schwedischen Truppen niedergebrannt, ein Schicksal, das die Brücke noch weitere Male ereilte. 1799 erhielt der Laufenburger Zimmermann Blasius Baldischwiler den Auftrag zur Reparatur der Rheinbrücke. 520 m³ bestes Eichenholz aus dem Säckinger Wald am Eggberg wurden innerhalb von dreißig Jahren verbaut. Diese Konstruktion widersteht bis heute Kriegen und den Kräften der Natur. 1806 fiel Säckingen an das Herzogtum Baden, die Brücke verblieb im Besitz Säckingens. Von den Lasten des Autoverkehrs befreit, lädt sie nun zum Flanieren oder Bummeln ein.

Das „Trompeter“-Schloss von Schönau

Lassen Sie das repräsentative Schlösschen samt romantischem Park auf sich wirken. Dies tat vor gut 150 Jahren wohl auch Joseph Viktor von Scheffel. Als Referendar am Amtsgericht hörte er die Geschichte der adligen Maria Ursula von Schönau, der Tochter des Freiherrn. Die hatte sich, nicht standesgemäß, in den Bürgersohn Franz Werner Kirchhofer verliebt. Scheffel verarbeitete die Geschichte, in seinem Versepos wurde aus dem jungen Mann der schmucke „Trompeter von Säckingen“. Das Buch brachte der Stadt Weltruhm, war es um 1900 doch eines der meistgelesenen in Deutschland.

„Behüt’ dich Gott, es wär’ zu schön gewesen“, heißt es in Victor Ernst Nesslers gleichnamiger Oper, das Lied schallt nicht selten durch den idyllischen Schlosspark. Der Trompeter mit schmuckem tiefrotem
Gewand und breitkrempigem Hut führt höchstpersönlich durch die
romantischen Gassen der Innenstadt. Das Schloss beherbergt heute neben dem Stadtmuseum auch ein erstklassiges Trompetenmuseum von internationalem Ruf. Etwa einhundert Trompeten, Hörner, Kornette und ähnliche Instrumente aus vier Jahrhunderten umfasst die einzigartige Sammlung – ein Mekka nicht nur für Musiker und Musikhistoriker, sondern für jeden, der Musik liebt.

WEITERE INFORMATIONEN

Infos und Öffnungszeiten bei der Tourismus GmbH Bad Säckingen und unter www.badsaeckingen.de

 

 

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