Der Klausenhof: Die Seele des Hotzenwaldes

Das im Herrischrieder Ortsteil Großherrischwand gelegene Heimatmuseum Klausenhof wurde einmal die „Seele des Hotzenwaldes“ genannt. Diese Bezeichnung trifft den Nagel auf den Kopf. Denn das Innere des Hotzenhauses gewährt tiefe Einblicke in die Geschichte und Mentalität der Hotzenwälder. In einer einzigartigen Rettungsaktion wurde das mit Stroh gedeckte Kulturdenkmal Ende der 1970er Jahre vor dem Verfall bewahrt und von seinem einstigen Standort etwa 350 Meter entfernt an die heutige Stelle versetzt. Seit 1981 wird der Klausenhof als Freilichtmuseum geführt.

Zu ihm gehört als weitere Sehenswürdigkeiten die erstmals 1595 urkundlich erwähnte „Lindauer Säge“, eine wassergetriebene Klopfsäge, ein Wagenschopf, ein Backhaus sowie der hübsche Bauerngarten mit Bienenstand. Dokumentiert ist nicht nur die Geschichte der Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert, sondern auch das Schicksal der ins Banat verbannten aufständischen Salpeterer, die gegen das Kloster St. Blasien um ihre alten Freiheiten kämpften. Im Umfeld des Klausenhofs hat sich ein reges kulturelles und kunsthandwerkliches Leben etabliert. Seit vielen Jahren finden die weithin beachteten Freilichtspiele statt. Der „Kunststückchenmarkt“, der „Erntemarkt“ und der „Weihnachtsmarkt“ am Klausenhof ziehen viele Besucher an. Eine touristische Attraktion ist die gegenüber gelegene Glaswerkstatt. Hier wird modernes Glas in traditioneller Machart hergestellt: am Ofen mundgeblasen mit Feuer und Flamme.

WEITERE INFORMATIONEN

Infos zum Klausenhof und zur Glaswerkstatt unter www.herrischried.de,

sowie www.glaswerkstatt-herrischried.de.

 

 

Der Gugelturm – Wahrzeichen des Hotzenwaldes

Die Gugel ist eine weithin sichtbare Bergkuppe, die mit 996 Meter Höhe das Wahrzeichen des Hotzenwaldes trägt: den Gugelturm. Die exponierte Lage war bereits 1882 Grund für den Bau einer Kapelle. Zu ihr führt von Giersbach aus ein Kreuzweg. Die eigentliche Attraktion ist seit 1929 jedoch der Gugelturm, früher auch Hotzenturm genannt. Erbaut wurde er vom Schwarzwaldverein auf einer Anhöhe hinter der Kapelle.

Der alte Gugelturm wurde 1970 abgebrochen und erhielt 1971–74 einen würdigen Nachfolger, der noch mehr zum Blickfang wurde als der Vorgänger. Die kühne Konstruktion wurde mit Hilfe britischer und deutscher Militär- und Grenzschutzeinheiten erbaut. 30 Meter ragten die mächtigen Stämme in den Himmel mit einer Aussichtsplattform auf 16 Meter Höhe.

Weil sich der neue Turm harmonisch in die Landschaft einfügte, wurde er 1979 mit einem Preis ausgezeichnet. Er zog viele Wanderer in seinen Bann, zumal die vom Schwarzwaldverein betriebene Gugelhütte mit Speis und Trank aufwartete. Doch an den gewaltigen Douglasienstämmen nagte der Zahn der Zeit. Bereits 1992–94 mussten sie gegen Leimbinderbalken ausgetauscht werden. Seither steht der Turm wieder fest wie eine Eiche hoch oben auf der Gugel und trotzt allen Stürmen – ein würdiges Wahrzeichen des Hotzenwaldes!

WEITERE INFORMATIONEN

Infos über den Gugelturm und die Öffnungszeiten des Gugelstüble

unter www.schwarzwaldverein-herrischried.de

 

 

Die Biologische Station Hotzenwald

Die Biologische Station Hotzenwald liegt in unmittelbarer Nähe der Murg-Quelle und wird daher auch Hof Murgquelle genannt. Wenn der Gugelturm das Wahrzeichen und der Klausenhof die Seele des Hotzenwaldes ist, kann man die Biologische Station als dessen ökologisches Gewissen bezeichnen. Die Station wurde 1990 gegründet und kümmert sich um die Bereiche Umweltbildung, praktischer Naturschutz und wissenschaftlicher Natur- und Umweltschutz. Sie bietet Seminare, Exkursionen und andere Veranstaltungen für Gruppen und wird gern von Schulklassen frequentiert.

Einzigartig im Südwesten ist die größte private naturkundliche Sammlung, die im Hof Murgquelle auch Wanderern zugänglich ist. Sie umfasst etwa 300 Vogelarten, Säugetiere von der Spitzmaus bis zum Wisent, im Schwarzwald nur noch sehr selten vorkommende Reptilien (z.B. Kreuzotter und Aspisviper), darüber hinaus eine Sammlung europäischer Vipern und eine Schmetterlingssammlung mit Exemplaren, denen man in den Wäldern, Mooren und auf Weiden des Hotzenwaldes begegnet. Bemerkenswert ist die Präsentation von Arten, wie man sie in Höhenlagen von über 1.000 Meter im Schwarzwald findet. Im Freigelände werden alte Haustierrassen gehalten, u.a. echte Schwarzwaldziegen und Hinterwälder Rinder. Dieser Bereich soll künftig ein weiterer Schwerpunkt der Biologischen Station Hotzenwald werden.

WEITERE INFORMATIONEN

Wanderer sind von Mai bis Oktober nachmittags zwischen 14 und 18 Uhr willkommen. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten. BSH Lochhäuser 19, 79737 Herrischried, Tel. 07764 6612

 

 

Der Murg-Wehra-Rundwanderweg ist eine Initiative der Städte und Gemeinden Todtmoos, Wehr, Bad Säckingen, Murg, Laufenburg, Rickenbach und Herrischied.
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